Vaison-la-Romaine liegt im Norden des Départements Vaucluse, etwa sechs Kilometer von Crestet und zehn Kilometer von Malaucène entfernt, in der Provence. Die Stadt zählt zu den größten archäologischen Stätten Frankreichs. Hier können die Ausgrabungsstätten "La Villasse", "Puymin", das antike Theater und das Musée Théo Desplans besichtigt werden.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die römische Brücke, die Kathedralen Notre-Dame-de-Nazareth und Sainte-Marie-de-l'Assomption, die Überreste der Burg (Château des Comtes de Toulouse), der Uhrturm und die Kapelle Saint-Quenin.
Archäologischer Park - La Villasse, Puymin, antikes Theater
Der Archäologische Park von Vaison-la-Romaine umfasst die antiken Ausgrabungsstätten "Puymin" und "La Villasse" sowie das antike römische Theater, das als die größte gallo-römische Stätte Frankreichs gilt. Die ausgegrabenen Funde stammen aus der römischen Stadt Vasio aus dem 1. und 2. Jahrhundert.
La Villasse entspricht einem reichen und sehr aktiven Viertel von Vasio mit Straßen, Geschäften und Thermen. Hinter der lauten Stadtkulisse La Villasses lagen die großen Wohnhäuser mit ihren Innenhöfen wie das Maison du Buste. Das imposante Haus und sein Garten nahmen eine Fläche von 5.000 m² ein.
Die Ausgrabungsstätte Puymin zeigt ein weiteres komplettes Viertel der antiken Stadt Vasio. Durch das Geschäftsviertel von Puymin führten mit Steinplatten gepflasterte Straßen. Es gab einen Brunnen, einen Wasserturm, die Säulen des Pompeius (Portique de Pompée), den Platz Sabine und einen Bereich für Handwerker.
Auf einer Fläche von 2.000 m² wurde das Haus Maison à l’Apollon ausgegraben, auf einer Ackerfläche von 3.000 m² das Haus Maison de la Tonnelle.
Das antike römische Theater von Vaison-la-Romaine stammt aus dem 1. Jahrhundert. Es wurde in den Fels des Hügels Site de Puymin gehauen. Seine Ränge hatten einen Durchmesser von 69 Metern und fassten bis zu 6.000 Personen.
Im archäologischen Museum (Musée archéologique Théo Desplans) sind Kaiserstatuen von Domitian, Hadrian, Claudius und Sabine ausgestellt, die bei den Ausgrabungen des Theaters gefunden wurden.
Oberstadt - Uhrturm, Kathedrale Sainte-Marie-de l'Assomption, Burg
Die mittelalterliche Oberstadt (haute Ville - Cité médiévale) wurde auf einem Felsvorsprung erbaut und bietet einen malerischen Ausblick. Die Stadtmauer (Rempart), die die Oberstadt umgibt, wurde zum Teil aus Steinen der ehemaligen römischen Stadt Vasio errichtet.
Obwohl die Oberstadt als mittelalterlich bezeichnet wird, stammen die ältesten Häuser von Vaison-la-Romaine nicht aus dieser Zeit, sondern aus dem 16. und 18. Jahrhundert.
Gepflasterte Gassen führen durch die Oberstadt zu den Überresten der Burg Château des Comtes de Toulouse. Die mittelalterliche Stadt wird durch das Stadttor Porte Vieille aus dem 14. Jahrhundert betreten. Der historische Uhrturm (Tour de l'Horloge) stammt aus den Jahren 1523 bis 1727.
In der Rue de l'Évêché befindet sich ein Haus mit einem wunderschönen Renaissanceportal. Die Hostellerie Le Beffroi verfügt über zwei gut erhaltene Türeinfassungen aus dem 16. Jahrhundert.
Am Place de l'Orme befinden sich das ehemalige Pfarrhaus Maison de Prévot du Chapître, die Überreste der Kapelle Sainte Constance sowie ein Portal aus dem 18. Jahrhundert. Rund um den Place du vieux Marché mit dem historischen Brunnen (Fontaine) fand bis ins 19. Jahrhundert ein provenzalischer Markt (Marché provençal) statt.
Alte Torbögen schmücken die mit groben Steinen gepflasterten Gassen, die sogenannten Rues en Calades. Vom Place du vieux Marché aus führt eine Straße hinauf nach Piegonne (Montée de la Piegonne).
Die Kathedrale Sainte-Marie-de-l'Assomption wurde im Jahr 1464 an der Stelle einer früheren Kapelle errichtet. Sie steht auf einer Felswand und schließt an ihrer Basis die Stadtmauer der Oberstadt ein.
Sie hat vier Seitenkapellen. Über der dritten davon erhebt sich der quadratische Glockenturm aus dem Jahr 1470. Seit 1897 wird die Kathedrale nicht mehr genutzt.
Die Burg Château des Comtes de Toulouse wurde im Jahr 1195 von den Grafen von Toulouse und dem Marquis von Provence als Ersatz für einen zerstörten Turm errichtet. Sie thront auf einem Felsvorsprung und war einst eine mächtige Festung der Grafschaft Venaissin.
Die römische Brücke (Pont romain) wurde Ende des 1. Jahrhunderts in der Unterstadt von Vaison-la-Romaine errichtet. Sie überspannt in einem einzigen Bogen mit einer Länge von 17 m und einer Breite von 9 m die Ouvèze und führt in die Unterstadt (Basse Ville) von Vaison-la-Romaine.
An die römische Brücke schließt eine gallo-römische Stadtmauer, die sogenannte Mur romain, an. Die Brüstung der Pont romain wurde bei einem Hochwasser im Jahr 1992 teilweise beschädigt und im Jahr 1993 wieder instand gesetzt. Über die Pont romain gelangt man von der Oberstadt in die Unterstadt von Vaison-la-Romaine. Zahlreiche Geschäfte säumen die belebte Einkaufsstraße.
Die Kapelle Saint-Quenin aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den schönsten Beispielen frühromanischer Baukunst in der Provence. Weitere Beispiele sind Kathedralen Notre-Dame de Saint-Paul-Trois-Châteaux und Notre-Dame des Doms in Avignon sowie die Kapelle Notre-Dame d'Aubune in Beaumes-de-Venise.
Die Kapelle liegt im Norden der Unterstadt. Das schmalere Kirchenschiff wurde zwischen 1630 und 1636 umgebaut. Besonders auffällig ist die halbrunde Apsis, die mit Halbsäulen mit korinthischen Kapitellen verziert ist.
Die Hauptfassade sowie die Seitenfassaden der Kapelle Saint-Quentin werden von kräftigen Strebepfeilern gestützt. Über der vorderen Hauptfassade erhebt sich ein kleiner Glockenturm. Das Gebälk des Chors besteht aus drei kannelierten Pilastern mit korinthischen Kapitellen, die mit Akanthusblättern verziert sind. Darüber befinden sich ein Architrav, ein Fliesenfries und ein Gesims im antiken Stil.
Die Kathedrale Notre-Dame-de-Nazareth stammt aus dem 11. bis 12. Jahrhundert, ihr Grundriss ist basilikal. Sie ist im romanisch-provenzalischen Stil erbaut. Das strenge Äußere wird durch ein Dreieck mit einer Sonne im Giebel aufgelockert. Außergewöhnlich ist zudem der quadratische Glockenturm der Kathedrale.
Das mächtige Langhaus mit zwei Seitenschiffen, jedoch ohne Querschiff, wird von einem schönen Tonnengewölbe überspannt. Die Apsis mit zwei Apsidiolen ist nahezu vollständig erhalten und erinnert an die Merowingerzeit. Sie ist außen rechteckig und innen halbrund.
Hinter dem kunstvollen Tafelaltar (Altar) aus dem 11. oder 12. Jahrhundert befindet sich der mittelalterliche Bischofssitz. Das schlichte Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert wird von einer männlichen Statue (Joseph?) mit Kind flankiert.
Die Orgel steht auf einer Empore mit Holzbalustrade. Darunter befindet sich der reich verzierte Türbogen des Eingangs. Die gedrungenen Nebensäulen tragen die gleichen Ornamente.
Die Kathedrale Notre-Dame-de-Nazareth zählt zusammen mit dem Kreuzgang zu den schönsten romanischen Bauwerken der Provence. Im Kreuzgang spannen sich jeweils drei kleine Arkadenbögen über vier Säulen mit Kapitellen.
Im Kreuzgang befinden sich die Überreste des Denkmals der Bischöfe Wilhelm (Guillaume) II. und III. von Cheisolme. Der quadratische Glockenturm wirkt wie ein Wachturm. Er wacht stolz über die Menschen im Garten des Kreuzgangs.
Die meisten Kapitelle im Kreuzgang sind mit Wasserblättern, sogenannten Palmettes, geschmückt.
Auf einigen sind außerdem Akanthusblätter, Flechtwerk und kleine stilisierte Figuren zu bewundern.
Vaison-la-Romaine gehört zusammen mit den Dörfern Caromb, Crestet, Le Barroux, Malaucène und Sault zum regionalen Naturpark Mont Ventoux im Département Vaucluse in der Provence. Der schöne Weinort Séguret ist ebenfalls einen Besuch wert.
Les Choralies - Vaison Danses - Markt (Marché provençal)
Seit 1953 organisiert die internationale Chorvereinigung "A Coeur Joie" alle drei Jahre Anfang August in Vaison-la-Romaine das Chorfestival "Les Choralies". Chöre aus Frankreich und der ganzen Welt präsentieren ihr Repertoire, studieren unter der Leitung renommierter Dirigenten große Werke der Chorliteratur ein und führen sie vor Publikum auf.
Höhepunkt des Festivals "Les Choralies" ist der "Chant Commun", bei dem bis zu 7.000 Teilnehmer vor den abendlichen Open-Air-Konzerten im römischen Amphitheater gemeinsam singen.
Jedes Jahr im Juli findet das Tanzfestival "Vaison Danses" statt. Im Rahmen dessen treten internationale Tanzensembles im römischen Amphitheater auf.
Jeden Dienstag von 8 bis 13 Uhr findet auf den Plätzen und Hauptstraßen der Unterstadt von Vaison-la-Romaine ein großer provenzalischer Markt (Marché provençal) statt.
Bis zu 450 Aussteller bieten Waren aller Art an. Verkauft werden unter anderem regionale Produkte wie Obst, Gemüse, Wurst, Fleisch und Fisch.
Gewürze, Oliven, Tapenade und Olivenöl fehlen ebenso wenig wie Blumen und Gartenpflanzen. Auch Kleidung, Schuhe, Hüte, Tischwäsche, Möbel und Antiquitäten werden angeboten. Markttage in der Provence
Restaurant Tipp: La Bartavelle (2023) Menüangebot mittags (Formule 2 Gänge) ab 22 Euro sehr gute Küche