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Entrevaux - Alpes-de-Haute-Provence


Das mittelalterliche Dorf Entrevaux beeindruckt mit seiner Zitadelle, der Kathedrale, den Stadttoren, den hohen Häusern sowie den malerischen Gassen und Plätzen. Es ist von einer Stadtmauer umgeben, die an eine Festung erinnert, und liegt auf 472 Metern Höhe am Zusammenfluss des Var und der Chalvagne.

les plus beaux Villages de France
Das Dorf sieht zwar mittelalterlich aus, stammt aber hauptsächlich aus dem 17. Jahrhundert. Es liegt in der Nähe der Schlucht Gorges de Daluis und der Stadt Puget-Théniers im Département Alpes-de-Haute-Provence. Entrevaux zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs.

Von der Befestigungsanlage Entrevaux sind große Teile der Stadtmauer sowie drei monumentale Tore erhalten geblieben.

Pont Levis und Tortürme
das im ersten Weltkrieg genutzte Gefängnis

Durch das mit einer Zugbrücke ausgestattete Haupttor "Porte Royale" betritt man die Brücke Pont Levis aus dem Jahr 1658, die von zwei Tortürmen flankiert wird. Die Porte Royale diente als Haupteingang zum alten Dorf (Vieux Village), dessen Zugang durch ein Wachhaus beaufsichtigt wurde. Im rechten Torturm wurde ein Raum im Ersten Weltkrieg als Gefängnis für deutsche Offiziere genutzt.

Das westliche Tor, die "Porte de France", wird heute von einer Straße genutzt. Das östliche Tor, die "Porte d'Italie", wird auch "Porte Renaissance" genannt. Es stammt aus der Zeit der Spätgotik oder frühen Renaissance und besitzt einen Kielbogensturz.

Porte d'Italie
Festungsmauer, Wehrtürme und Kathedrale


Der befestigte Zugangsweg zur Zitadelle wird auf der
Talseite von einer teilweise mit Schießscharten
versehenen Mauer gesäumt. Sie wird von 17 Toren mit
Rundbögen unterbrochen.

Der Weg wurde zwischen 1724 und 1746 erbaut und bietet auch Zugang zu den beiden kleinen Festungen Fort Langrune und Fort Pandol, die zur Unterstützung der Stadtverteidigung vorgesehen waren. In die Stadtmauer ist eine Kathedrale integriert, die über einen mit Zinnen versehenen Aussichtsturm verfügt.

Das Tor Porte d'Italie war mit zwei aufeinanderfolgenden Zugbrücken ausgestattet und durch drei Pforten geschützt.

Porte d'Italie mit Kanone
das alte Dorf (vieux Village)

Das alte Dorf beeindruckt mit schönen Brunnen und schattigen Plätzen, die mit Bänken ausgestattet sind. In Entrevaux befindet sich eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Ölmühle, die als einzige im Département Alpes-de-Haute-Provence noch in Betrieb ist. Das Haus Maison Fulconis trägt die älteste Sonnenuhr des Départements. Sie stammt aus dem Jahr 1572.

ein Brunnen
das alte Dorf

Bemerkenswert ist auch der gemeinschaftliche Brotbackofen, der sogenannte "Four Banal". In ihm wurde einst Brot gebacken, das die Einwohner zu vom örtlichen Adel festgelegten Preisen kaufen mussten. Das ehemalige Hospiz Saint-Jacques in Entrevaux war eine mittelalterliche Einrichtung, in der Pilger auf dem Jakobsweg untergebracht wurden.

ein Brunnen
das alte Dorf

Zwischen den Häusern kann man spektakulär gebaute Balkone sehen. Das linke Bild zeigt trapezförmige Balkone mit Eisengittern, die zwischen zwei Häusern befestigt wurden. Auf dem rechten Bild sieht man betonierte Balkone auf Holzbalken, die mit Säulen von Balkon zu Balkon verstärkt sind. Auch diese sind mit einem Eisengitter umrandet.

Im alten Zentrum gibt es ein Motorradmuseum (Musée de la Moto), das eine Sammlung alter europäischer Modelle besitzt.

Kathedrale Notre-Dame-de-l'Assomption - Zitadelle


Die gotische Kathedrale Notre-Dame-de-l'Assomption d'Entrevaux ist in die Umfriedung der Zitadelle integriert. Laut Denkmalverzeichnis wurde sie zwischen 1604 und 1635 erbaut und verfügt über einige bemerkenswerte barocke Dekorationen. Früher war das Gebäude die Kathedrale des Bischofs von Glandèves, der seinen Hauptsitz zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach Entrevaux verlegt hatte.

Die Eingangstür aus Nussbaumholz der Kathedrale stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Sie ist mit priesterlichen und bischöflichen Insignien sowie dem Passahlamm geschmückt. Der bis 1671 errichtete Glockenturm wurde mit Zinnen versehen und diente als Verteidigungsturm. Bei Bedarf wurde die Kirchenglocke der Kathedrale als Alarmton genutzt.

Kathedrale Notre-Dame-de-l'Assomption
Zugangstür zum Glockenturm

Das dreijochige Kirchenschiff ist 40 Meter lang und 10 Meter breit. Es besitzt keine Seitenkapellen und ist mit einem Kreuzrippengewölbe bedeckt. Die Südfassade wird von drei bunten Kirchenfenstern geschmückt, die Nordwand ist hingegen fensterlos. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1717 und wurde 1864 sowie 1948 restauriert.

Chor und Altar

Der barocke Chor mit seinem blau gefassten
Himmelsgewölbe ist farbenfroh und reich verziert.
Besonders beeindruckend ist das Gemälde von Mariä
Himmelfahrt aus dem Jahr 1630.

Der Altar, der Altaraufsatz und das Gemälde der Taufe
Christi stammen aus dem 18. Jahrhundert.
Retable der Nordseite

Sowohl der Altaraufsatz „Retable du Rosaire” als auch das Gemälde „Donation du Rosaire” wurden vor 1667 geschaffen. Dem Altaraufsatz fehlt die Bekrönung, die vermutlich bei der Anbringung des Glasfensters im Jahr 1861 entfernt wurde. Der Altar und der Tabernakel wurden im 19. Jahrhundert erneuert.

Die Kanzel ist mit dem Relief der vier Evangelisten geschmückt und wird auf das 17. oder 18. Jahrhundert datiert. Die Reliquiarbüste des Saint Jean-Baptiste aus versilbertem Kupfer stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert und wird bei Prozessionen im Juni und August genutzt.

Retable du Rosaire
ein weiterer Altaraufsatz

Johannes der Täufer (Saint Jean-Baptiste) ist der Schutzpatron von Entrevaux. Das reich geschnitzte Chorgestühl aus Nussbaumholz stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Wanderstiefel
Vom Dorf aus überwindet der mit Kieseln gepflasterte Weg zur Zitadelle einen Höhenunterschied von 156 Metern. Die Gehzeit zur Zitadelle beträgt 25 Minuten.

Es ist möglich durch den Wald und die Olivenhaine zur Porte d'Italie abzusteigen (zusätzlich 50 Minuten inklusive Besichtigung).

Der Festungsbaumeister Vauban begann im Jahr 1690 mit dem Bau der Zitadelle (Citadelle d'Entrevaux) auf einem felsigen Bergrücken. Der Zufahrtsweg ist sehr steil und befestigt.

der mit Rundbögen ausgestattete Zufahrtsweg
die Reste einer Zugbrücke

Der von 1724 bis 1746 erbaute Weg zur Zitadelle ist von einer Festungsmauer umgeben, in die teilweise Schießscharten eingelassen sind. Er ist durch siebzehn Tore in Abschnitte unterteilt und durch Rundbögen geöffnet. Hinter dem letzten Torbogen befand sich eine Zugbrücke, die den Zugang zur Festung ermöglichte.

die grande Caserne der Zitadelle Entrevaux
Bergfried der Zitadelle

Die Zitadelle ist nur zu Fuß erreichbar. Der Zutritt ist kostenpflichtig. Aufgrund des Höhenunterschieds und des gepflasterten Weges wird Personen mit Gehbehinderungen von dem Aufstieg zur Zitadelle abgeraten.

Reste der Verteidigungsanlagen
Reste der Verteidigungsanlagen

Auf der rechten Seite neben dem Eingang befindet sich eine Kapelle. In der Grande Caserne waren die Räume des Wachpersonals untergebracht. Den Bergfried (Donjon) erreicht man von dort aus über Steintreppen.

Im Souterrain befinden sich Kerker, in denen im Ersten Weltkrieg deutsche Offiziere gefangen gehalten wurden. Die Zitadelle konnte man auf der dem Ort Entrevaux abgewandten Seite über eine Zugbrücke verlassen. Diese führte über einen Graben.

Kerker für deutsche Offiziere im Ersten Weltkrieg
Kerker für deutsche Offiziere im Ersten Weltkrieg

Die Zitadelle wurde im Jahr 1928 außer Dienst gestellt. Von dort aus hat man ein großartiges Panorama auf Entrevaux und die Schlucht Gorges de la Chalvagne.

die Zitadelle
Panorama von der Zitadelle

Markt (Marché provençal) - Secca d'Entrevaux


Vom 1. April bis 30. Oktober findet freitags von 7.30 bis 13 Uhr auf dem Place Louis Moreau in Entrevaux ein provenzalischer Markt (Marché provençal) statt. An den etwa 20 Ständen werden unter anderem Obst, Gemüse, Fleischwaren, regionale Produkte, Kleidung und Küchenartikel angeboten.Markttage in der Provence

Spezialitäten Tipp
Eine Spezialität aus Entrevaux ist die Secca d’Entrevaux: ein getrockneter und gesalzener Rinderschinken, der in dünne Scheiben geschnitten wird. Er schmeckt sehr gut zu Tomatensalat mit französischem Olivenöl. Im Sommer wird er mit Mozzarella oder einer Cavaillon-Melone serviert. Man kann die Secca d’Entrevaux auch als Salat mit Olivenöl und Zitronensaft genießen.